Carsten Janker von der TSG Wismar bis nach Wien

Vereine

Jancker spielte vom siebten bis zwölften Lebensjahr für die TSG Wismar bevor er 1986 in die Jugendabteilung von Hansa Rostock wechselte und dort fünf Jahre aktiv war. Im letzten Jahr seiner Jugend spielte er für den 1. FC Köln und erhielt bei diesem 1992 einen Lizenzspielervertrag für die Bundesliga. In dieser gab er am 25. September 1993 (9. Spieltag) – in der 64. Minute für Andrzej Kobylanski eingewechselt – im Heimsieg gegen den VfB Leipzig seinen Einstand und erzielte zudem mit dem 3:1-Endstand auch sein erstes Tor.

Sein Pflichtspieldebüt für den Verein gab er allerdings schon am 11. September 1993 – in der dritten Runde des DFB-Pokal-Wettbewerbs – als die „Geißböcke“ bei den Bayern-Amateuren im Elfmeterschießen unterlagen. In der Folgesaison kam Jancker nur viermal zum Einsatz und wechselte nach Österreich zum Bundesligisten SK Rapid Wien, für den er in 27 Spielen sieben Tore erzielte. Mit dem österreichischen Hauptstadtverein erreichte er auch das Finale des Europapokals der Pokalsieger, welches man aber mit 0:1 gegen Paris St. Germain verlor. Die Rückkehr nach Deutschland führte ihn 1996 zum FC Bayern München, für den er bis 2002 143 Mal in der Bundesliga spielte, 48 Tore erzielte, seine größten Erfolge erringen konnte und sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere befand. 2002 wechselte er nach Italien zum Erstligisten Udinese Calcio. Am 22. März 2004 löste der Stürmer seinen bis zum 30. Juni 2007 laufenden Vertrag bei Udinese Calcio vorzeitig auf und verließ den Verein zum Saisonende.

Ab der Saison 2004/05 spielte er für den Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern, bei dem er in der Saison 2005/06 „ausgemustert“ wurde.

Jancker fand in China seinen neuen Arbeitgeber im chinesischen Meister von 2003, Shanghai Shenhua, für den er – mit einem Einjahresvertrag ausgestattet – bis 25. Oktober 2006 elf Mal in der Chinese Super League zum Einsatz kam. Verletzungsbedingt – und nicht mehr zu alter Form zurückfindend – kündigte er daraufhin nach nur einem halben Jahr und wechselte erneut nach Österreich. Ab 1. Januar 2007 war er spielberechtigt für den SV Mattersburg, für den er in drei Spielzeiten in 76 Spielen 21 Mal traf. Der von der Mannschaft im Dezember 2008 zum Mannschaftskapitän gewählte Jancker erfuhr am 24. Juni 2009 von Trainer Franz Lederer, dass man in der Saison 2009/10 nicht mehr mit ihm plane und ihm eine Vertragsauflösung nahelege.Jancker wollte jedoch nach eigener Aussage noch „ein, zwei Jahre weiterspielen“.

Nationalmannschaft

Jancker kam schon früh zu Länderspielen, zunächst für die Junioren-Auswahl der DDR (U-14), und in der Folge für weitere altersansteigende Auswahlmannschaften. Jancker nahm an der Junioren-Weltmeisterschaft 1993 in Australien teil und kam in seinen zwei Spielen (am 6. März, 1:0-Sieg gegen Portugal und 9. März, 2:2-Unentschieden gegen Ghana) zu jeweils einem Treffer. Zuvor bestritt er am 13. und 16. Januar 1993 jeweils gegen die Türkei (2:2 und 1:1) sowie am 7. und 9. Februar jeweils gegen Saudi Arabien (2:1, beide Treffer von ihm, und 0:0) seine Spiele für die U-20-Auswahl. Am 14. Dezember 1993 wurde Jancker erstmals in die U-21-Nationalmannschaft berufen;

das Spiel in Cordoba gegen die Auswahl Spaniens ging mit 1:3 verloren. Sein zweites Spiel am 10. Mai 1994 ging in Lamia mit 0:1 gegen die Auswahl Griechenlands ebenfalls verloren. Am 14. Oktober 1998 wurde er erstmals für die A-Nationalmannschaft – beim 3:1-Erfolg über Moldawien, und mit Einwechslung in der 73. Minute für Ulf Kirsten – berufen. Sein erstes Länderspieltor gelang ihm am 3. Juni 2000 in Nürnberg beim 3:2-Sieg über Tschechien mit dem 1:0-Führungstreffer. Sein letztes Spiel im Nationaltrikot – Jancker war Teilnehmer an der Europameisterschaft 2000 und der Weltmeisterschaft 2002 – bestritt er am 16. Oktober 2002, beim 2:1-Sieg über die Färöer. In seinen 33 Länderspielen erzielte Jancker 10 Tore, davon ein „Doppelpack“ am 7. Juni 2000 beim 8:2-Sieg über Liechtenstein und ein Tor beim Weltmeisterschaftsturnier – dem zwischenzeitlichen 4:0 – beim 8:0-Sieg in der Vorrunde über Saudi-Arabien.

Zeit als Nachwuchs- und Individualtrainer

Am 18. Februar 2010 wurde bekannt, dass Jancker ab sofort als Individualtrainer für die Stürmer des SC Neusiedl am See arbeiten und gleichzeitig einen A-Lizenz-Trainerschein machen wird, obwohl sein bis Juni 2010 laufender Vertrag beim SV Mattersburg noch nicht aufgelöst wurde. Neben der Individualbetreuung der Stürmer ist Jancker auch als Trainer der dortigen zweiten U-14-Mannschaft tätig. Ab der Saison 2010/11 kehrt Jancker als Nachwuchsbetreuer der U-15-Mannschaft zum SK Rapid Wien zurück.

Erfolge

  • Zweiter der Weltmeisterschaft 2002
  • Weltpokal-Sieger 2001
  • Champions-League-Sieger 2001
  • Finalist der Champions-League 1999 (am 26. Mai Manchester United mit 1:2 unterlegen)
  • Deutscher Meister 1997, 1999, 2000, 2001
  • DFB-Pokal-Sieger 1998, 2000
  • Ligapokal-Sieger 1997, 1998, 1999, 2000
  • Österreichischer Meister 1996
  • Finalist des Europapokal der Pokalsieger 1995/96 (0:1-Niederlage gegen Paris SG)

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